SOLINSIEME

Genossenschaft für neue Wohnform, St. Gallen
seit 2002

Projektidee

Das St.Galler Projekt SOLINSIEME steht für eine neue Form des Zusammenlebens, allein und doch zusammen. Bisher gibt es kaum Beispiele, die versuchen, einen spezifischen Wohnraum dafür zu realisieren. Der Wunsch nach gemeinschaftlichen Wohnformen, die sich sowohl von konventionellen Siedlungen und Hausgemeinschaften wie auch von jugendlichen Wohngemeinschaften unterscheiden, wird zunehmend von vielen Menschen geäussert. Viele Menschen möchten ihr Verhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft neu justieren und suchen dafür eine geeignete architektonische Hülle.

SOLINSIEME ermöglicht den BewohnerInnen, zusammen in einem Haus zu leben, wobei Individualität und Freiräume erhalten bleiben. Sie teilen sich Gemeinschaftsräume, wo gegessen, gefeiert und gearbeitet werden kann. Persönliche Fähigkeiten, Talente und Vorlieben kommen der Gemeinschaft zugute, sollen gegenseitige Hilfestellungen und eine Wohnform ermöglichen, die sich an ein familiäres Zusammenleben anlehnt, ohne von herkömmlichen Bindungsformen abhängig zu sein. Wir möchten Menschen verschiedenen Alters ansprechen, Einzelpersonen und Paare, die ihre Familienphase hinter sich haben, die einem neuen Lebensabschnitt Qualität geben wollen und offen sind für andere Formen gemeinschaftlichen Zusammenlebens.

An der Tschudistrasse 43 entstanden durch Umnutzung der alten Fabrikräumlichkeiten siebzehn Wohnungen von unterschiedlicher Grösse und verschiedenen Charakters. Sechzig bis neunzig Quadratmeter Wohnfläche stehen pro Partie zur Verfügung. Es sind keine grossen Lofts, es ist nicht das Ziel der Genossenschaft, dass Einzelne grosse Flächen belegen. Dafür gibt es grosszügige Gemeinschaftsräume, die den sozialen Charakter der Wohnfabrik unterstreichen. 15% der Gesamtfläche beanspruchen eine allen zugängliche Wohnküche, Gästezimmer mit Dusche/WC sowie Werkräume und Ateliers für verschiedene Aktivitäten.

Für die beiden Architekten Bruno Dürr und Armin Oswald von der ARCHPLAN AG sind ökologische und baubiologische Prinzipien eine Selbstverständlichkeit. Auf dem Dach befindet sich eine Solaranlage für Warmwasser und eine Photovoltaikanlage zur Gewinnung von Elektrizität. Die Erschlissung ist rollstuhlgängig. Ein Lift verbindet die drei Geschosse. Die Anzahl der Parkplätze wird auf drei reduziert und der gewonnene Platz als Aussenraum gestaltet und begrünt. Standplätze für Mobility-Autos sind direkt vor dem Haus.

Die einzelnen Wohnungen im Stockwerkeigentum haben einen ausgesprochen individuellen Charakter. Die Nasszellen werden als Boxen in die 3.80 Meter hohen Räume gestellt, womit der Loftcharakter erhalten bleibt. Auf unnötigen Luxus wird bewusst verzichtet. Jede Einheit hat entweder Balkon, Loggia oder Aussenplatz.

 

 

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